Sonntag, 21. Oktober 2007

Mea Culpa - oder: Da dacht ich doch wirklich...

...ich müsste aufpassen, dass ich nicht zu viel zuhause sitze und zu wenig unter die Leute komme. Das wäre ja schlecht, schließlich habe ich ja das - zugegebenermaßen sehr ehrgeizige - Ziel, fließend spanisch zu lernen.
Tatsächlich ist es aber nun so, dass ich eher - mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln - darum kämpfen muss, einmal etwas Zeit zu Hause zu haben, um so dringende Dinge wie diesen blog zu erledigen. Mein armer leidgeplagter Schatz kann davon wohl ein Lied singen, hört er doch immer wieder: "Sorry, ich muss leider weg, Hanna is jetzt da" oder "Oh, hallo, du, sorry, bin grad aufm Sprung, meld mich später". Ich möchte mich hier nicht etwa beschweren, im Gegenteil, ein Danke an Hanna, die mich schwer auf Trab und fern von jedweder aufkommenden Einsamkeit oder Langeweile hält. Nur fällt es mir eben schwer inmitten all des täglichen Trubels all die anderen täglichen Freuden, wie das Telefonieren mit dir Wojtek, tut mir echt leid, Aufgaben, wie das Schreiben des blogs und das Beantworten von Mails und Pflichten, wie zum Beispiel die Übersetzung des Cantar de Mio Cid zu koordinieren. Deshalb an dieser Stelle mal eine globale Entschuldigung, die mich fürderhin also von wenigstens einer Pflicht entbinden soll, dem Entschuldigen nämlich. Ein Freischein quasi.
Ha! Werdet ihr rufen, so einfach kommt sie uns nicht davon. Recht habt ihr, ich will mich natürlich auch in Zukunft bemühen wenigstens einmal pro Woche hier zu schreiben und alle Mails - irgendwann - zu beantworten (hehe, ich hoffe es gibt hier nicht allzuviele Eulenspiegelfans). Was habe ich denn nun so angestellt, diese Woche, dass ich so wenig Zeit hatte. Schwierig.

Am Montag traf ich nicht etwa Herrn Mohn, sondern Hanna, und ging mit ihr zu Bank, um unsere jeweiligen Ec-Karten abzuholen. Natürlich schwänzte ich dafür die erste Stunde. Das war nicht meine Idee, sondern ihre, ich habe sie aber zugegebenermaßen sofort begeistert aufgegriffen. Danach beeilte ich mich rechtzeitig um 13 Uhr an der Uni zu sein, um meinen zweiten Kurs zu besuchen, was ich auch gerade so schaffte, dieser fiel allerdings aus. Mist. Also wieder heim, einkaufen gehen, kochen...natürlich habe ich infolgedessen auch die abendlichen zwei Kurse geschwänzt, wo ich ja schon mal zu Hause war und so ein Busticket kostet schließlich auch was.

Ich habe geduscht, geschlafen, gechattet und gemailt, mich mit dem Erasmusamt in Deutschland herumgestritten, kurz, allerhand wichtige Dinge erledigt, und irgendwann war es 22 Uhr und es kam eine SMS von Hanna, ich solle gefälligst in die Gran Via kommen, zum supermodelos schaun, natürlich alles im Namen des Hör-Verstehens-Trainigs. Also machte ich mich auf den Weg. Aufgrund der keine Grenzen kennenden Werbeduldsamkeit der Spanier, dauert diese Sendung ewig und pünktlich zum Ende fing es natürlich kräftig an zu stürmen. Zeit genug, dass mir Tea ein schlechtes Gewissen bezüglich meiner „Lass-uns-doch- ein-Bierchen-trinken-gehen“-Verabredung mit Mario machen konnte, der sich nämlich ihr zufolge Chancen ausrechne. Um 2 Uhr dann endlich, nutzten Hanna und ich eine kurze Regenpause um uns auf den Weg zu machen. Allerdings fing es gerade als wir die halbe Strecke zwischen Tea und Javis Wohnung und meiner Wohnung zurückgelegt hatten, erst richtig an, so dass wir unter einer Markise einen 45minütigen Zwischenstop einlegen mussten. Nun, langer Rede kurzer Sinn: Um Drei war ich im Bett, um Acht klingelte der Wecker, denn am nächsten Tag war Dienst.


Nach dem üblichen Dienstag-morgen-um-10-Uhr-Englisch-Test bei meinem geschätzten Professor "wer-zu-spät-kommt-der- bleibe-bitte-draußen-und-getrunken-wird-bei-mir-auch-nich"- Barrientos bei dem natürlich auch Dinge abgefragt wurden, die ich aufgrund meiner einstufungstestbedingten Abwesenheit in der Woche zuvor nicht wissen konnte, hatte meine Laune einen einstweiligen Tiefpunkt erreicht. Allerdings schaffte Herr "jetzt-importieren-wir-aus-Amerika-nicht-nur-den-Fastfood- Scheiß-sondern-auch-noch-die-Unhöflichkeit" es wie immer, mich mit sprachlichen Leckerbissen wie "the Iberians became the most pissfull people" soweit aufzuheitern, dass ich mich hinterher der Lektüre des Cid-Epos widmen konnte ohne in schwere Depressionen zu verfallen.
Um 14.30 wollte ich mit Hanna, Tea und Javi eine Essenspause einlegen, nach fast 3 Stunden Cid hatte ich mir das verdient, da ich jedoch aus dem Comedor geworfen wurde, weil ich nichts essen sondern quasi nur zuschaun wollt, übersetzte ich weiterhin den Cid.

Leider wollte mein zweitliebster Professor in Altspanisch aber nicht über den Cid sprechen sondern von mir lieber die Sibilantenpaare des Altspanischen wissen. Ich muss an dieser Stelle mal eben etwas näher auf mein Verhältnis zu diesem Professor eingehen. In der dritten, also der ersten richtigen Stunde (die meisten Spanier kommen erst in der zweiten Woche in den Unterricht) fing alles an. Mein spanischer Nebensitzer las aus dem "libro de buen amor" vor. Wann immer ein schwieriges Wort auftauchte meinte der Professor: Kannst du vielleicht der Kris erklären, was das bedeutet? Nanu, dacht ich mir beim ersten Mal, das is aber nett. Nachdem das dann so weiter ging, fragte ich mich allerdings irgendwann: meint er es nun gut? Oder will er mir meine Unzulänglichkeiten aufzeigen? Mir quasi klarmachen, dass dies vielleicht nicht so ganz mein Kurs ist. In der zweiten Stunde dann, bat er uns, eine Zusammenfassung zum Thema mb >m zu schreiben. "Aber", sage ich, "das ist doch ein Fall von Assimilation, oder? Dazu haben wir doch schon eine ficha (Zusammenfassung) geschrieben".
Nun ja, kurze zeit später musste ICH aus dem libro de buen amor vorlesen. Ich bin der einzige ausländische Student in diesem Kurs (von 5 oder so) der vorlesen muss und ständig etwas gefragt wird. Keine Ahnung ob er mir damit zeigen will, dass er mir was zutraut oder ob er mich rausekeln will^^Wie dem auch sei, so etwas weckt natürlich sofort meinen Ehrgeiz. Jetzt werde ich den Kurs natürlich erst Recht weiterbesuchen.


Danach bin ich dann heimgefahren und habe mich sofort in den Chat gestürzt, um mit meinem Lieblingscousin, quasi aus Männersicht, humane Möglichkeiten zu finden, aus meinem „Date“ ein unmissverständliches Nicht-Date zu machen. Auf halb Elf war ich verabredet, nicht ungewöhnlich hier. Um Acht klingelt es, Hanna steht vor der Tür. Passt prima, ich habe Hunger und so beschließen wir ein Bierchen trinken zu gehen. Um Neun dann der Anruf von Mario, er sei schon fertig, ob wir uns schon früher treffen wollen. „Klar“, sage ich, „komm doch einfach im x vorbei“. Das macht er dann auch und natürlich ist da die Hanna noch da. Sie bleibt auch da, das Problem ist gelöst, zur Sicherheit noch ein oder zwei mal meinen Freund erwähnt, das sollte geklärt sein. Allerdings wird es dennoch mal wieder ziemlich spät. Zum Glück fällt die erste Stunde aus.


Am Mittwoch war außer Mitte der Woche nicht viel los. Nachdem ich mich nämlich von 11 - 18.30 an der Uni gequält hatte, unterbrochen lediglich von einer netten Kaffeepause mit Thorsten, ging ich, frech meinen letzten Kurs schwänzend, nach Hause und begab mich ohne Umweg über Los, direkt ins Bett. Ich hatte nämlich unglaubliche Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und fror außerdem erbärmlich. Dort verweilte ich, sofort in tiefen Schlaf versinkend, bis 11 Uhr. Um 11 dann, fühlte ich mich verpflichtet, aufzustehen und aller Welt oder zumindest allen im Skype Anwesenden, mein Lied zu verkünden. Auch allen in der Wohnung Anwesenden, das war allerdings nicht so fruchtbar, denn wo ich nur Kopfweh und Fieber vorweisen konnte, warf Vanessa, beschalt und mit leidender Miene, noch ein "Halsweh" auf die Waagschale, die sich promt in ihre Richtung senkte. Also ging ich wieder ins Bett und bemitleidete mich selbst.

Der Donnerstag verlief uni-technisch gesehen genau wie der Dienstag, mit der Ausnahme, dass wir keinen Test schrieben. Gedonnert hat es auch nicht. Muss sich irgendwie um eine Verwechslung gehandelt haben. Dafür waren wir abends im Kino. Nach dem unglaublich traurigen Film „Un corazón invincible“, den wir in der Woche zuvor gesehen hatten, sollte es dieses mal unbedingt eine Komödie sein. Allerdings hatten wir diese Woche bei unsrem Mädels-Kinoabend zum ersten Mal Männer dabei und gleich gings natürlich schief, die wollten nämlich „nur über ihre Leiche“ eine Komödie sehen. Wir landeten also in „La Huella“ ein sehr experimenteller Film, den Ich ziemlich gut fand und Hanna ziemlich scheiße, was für sie doppelt schlimm war, da sie auch noch salzige Popcorn essen musste^^


Am Freitag waren wir dann Tapas essen und Tee trinken und anschließend beim „intercambio lingüistico“, spanisch Tandems suchen. Die haben wir auch gefunden und mit ihnen zusammen dann gleich mal eine ausführliche, mittelalterliche Stadtführung durchs Realejo gemacht, auf spanisch natürlich, von der wir uns dann nachts um halb 12 verabschiedeten, da mein Magen das sowieso schon schwierige Verständnis beinahe unmöglich machte. Eigentlich wollten wir nur kurz ne Kleinigkeit essen, da wir aber tausend Leute trafen wurde es doch wieder sehr spät. Weshalb ich den Samstag nahezu komplett verschlief. Abends machte ich mich dann auf den weg zu Hanna, um ein bisschen zu quatschen (auch mit ihrer spanischen Mitbewohnerin) und Fernseh zu schaun. Und auf der Reeperbahn, nachts um halb Drei, nein, auf der Camina de Ronda, ist mir dann ein nackter Mann begegnet.

Nein, ich habe keine bewusstseinserweiternden Drogen genommen, da war wirklich ein nackter Mann. Als ich auf ihn zukam stand er auf und ich dacht er würde sich nun wieder anziehen. Allerdings hatte er, soweit ich das erkennen konnte, nur eine Unterhose und Schuhe. Ich laufe weiter und kurze Zeit später kommt der Mann, immer noch splitterfasernackt von hinten angelaufen, überholt mich und läuft quasi den ganzen restlichen Weg vor mir her, bis er sich dann vor dem Supermarkt meines Vertrauens zu Boden legt. Seltsam kann ich euch sagen. Wirklich seltsam.

Freitag, 12. Oktober 2007

Lebensüberdrüssig, risikobereit, überdurchschnittlich selbstbewusst

So in etwa dürfte die Idealbeschreibung des typischen spanischen Busfahrers lauten. Ach ja, nicht zu vergessen: gleichgültig.
Die spanischen Busfahrer zeigen nicht nur roten Ampeln sondern auch allen anderen Arten von sie behindernden Verkehrszeichen, wie z. B. Geschwindigkeitsbegrenzungen, gegenüber, völlige Indifferenz. Nicht nur das, sie erwarten diese Gleichgültigkeit auch von anderen. Sollte es zum Beispiel ein Autofahrer wagen, an einer roten Ampel stehen zu bleiben, obwohl kein Verkehr herrscht, so werden die Fahrer meist höchst ungehalten. In kleinen aber bedrohlichen Schritten nähern sie sich den Auto so lange, bis der Fahrer aufgibt und losfährt. Ich bin mir sicher, sollte dies nicht passieren, würde der Busfahrer auch keine Sekunde zögern, den Autofahrer einfach über die Kreuzung zu schieben.
Diese Gleichgültigkeit gegenüber schnöden Regeln wird nur noch durch ihre Gleichgültigkeit der Gesundheit ihrer Fahrgäste gegenüber übertroffen. Ich habe ziemlich schnell und positiv überrascht, festgestellt, dass älteren Menschen in den Bussen IMMER ein Sitzplatz angeboten wird. Nun weiß ich warum. Aus Gründen, auf die ich gleich näher eingehen werde, ist es für ältere Menschen schon gefährlich genug, diesen Sitzplatz zu erreichen. Eine Fahrt im Stehen würden sie wohl kaum überleben.
Wenn man in einen spanischen Bus steigt sollte man am besten eine aufladbare Buskarte haben, die man dann einfach an ein Gerät hält. Wer bezahlen muss hält den Verkehr auf, wer kein passendes Kleingeld parat hat sollte besser gar nicht einsteigen. Während des Einsteigens empfiehlt es sich außerdem, bereits nach einem Sitzplatz oder einer Festhaltegelegenheit Ausschau zu halten. Hat man bezahlt, sollte man die jeweilige Alternative unverzüglich, und ich meine wirklich unverzüglich ansteuern. Haltet euch nicht damit auf, eure Karte oder den Geldbeutel zu verstauen. Der Fahrer wird sofort, nachdem der letzte Passagier zugestiegen ist, die Türe schließen und losfahren. Sanftes Anfahren ist dabei ein Fremdwort. Dies hat allerdings den Vorteil, dass geübte Passagiere sich das Vorwärtsmomentum, das durch das plötzliche Anfahren in Zusammenwirkung mit den Gesetzen der Trägheit entsteht, zu Nutzen machen können, um Haltestange respektive Sitzplatz zu erreichen. Für ungeübte gilt: wer in diesem Moment seine Haltegelegenheit noch nicht erreicht hat, der hat ein Problem. Hat man jedoch zudem gerade die Hände in der Tasche um etwas zu verstauen, sind die Überlebenschancen gering.
Der Fahrer wird nun einfach immer weiter beschleunigen, bis er für die nächste Haltestelle bremsen muss oder die mögliche Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, und damit meine ich nicht die vorgeschriebene, sondern die unter den jeweiligen Umständen - subjektiv - mögliche. Unnötig zu erwähnen, dass diese meist weitaus höher liegt. Ist diese erreicht, hat man normalerweise einige Sekunden, in denen es möglich ist, relativ gefahrlos eine Hand von der Haltestange zu nehmen und die Dinge zu verstauen die man krampfhaft festhält, bevor der Busfahrer eine fatale Bremsung einlegt, die genau so - und keine Sekunde früher - begonnen wird, dass er an der Bushaltestelle zum Stehen kommt ohne eine Vollbremsung machen zu müssen. Eine bewundernswerte Leistung finde ich. Normalerweise stimmt diese Entfernung in etwa mit der Sichtweite überein. Sollte man also als Wartender den richtigen Bus nahen sehen, sollte man sofort durch an die Straße treten deutlich machen, dass man mit will. Sonst sieht der Fahrer keinen Grunde zu halten und verpasst den Bremszeitpunkt.
Sollte der Busfahrer versehentlich zwischen den Haltestellen einmal langsamer werden oder gar bremsen müssen, weil etwa ein lebensmüder Polizist anstelle der Ampel den Verkehr regelt oder ein "überängstlicher" Autofahrer in die Quere kommt, und man ist gerade mit dem Verstauen von Gegenständen oder Umgreifen oder Ähnlichem beschäftigt, nun ja... Glücklicherweise kommt dies selten vor. Mit beiden Händen an der Haltestange (besser natürlich auf einem Sitzplatz) hat man - als junger, kräftiger, gesunder Mensch - gute Chancen, sowohl die Brems- und Anfahrmanöver als auch die normale Fahrt, verletzungsfrei zu überstehen.
Hat man die Haltestelle VOR der eigenen Haltestelle erreicht ist noch einmal besondere Vorsicht angesagt. Man sollte warten, bis der Busfahrer die Türen geschlossen hat und Anstalten macht loszufahren. In diesem Moment gilt es den "Bitte an der nächsten Haltestelle anhalten"-Knopf zu drücken. Verpasst man diesen Moment könnte es schwierig werden, denn dann befindet sich der Bus bereits wieder in der Beschleunigungsphase und man sollte besser abwägen ob man den festen Griff aufgibt, nur um die Haltestelle nicht zu verpassen. Wartet man, bis die Beschleunigung abgeschlossen ist, könnte es bereits zu spät sein, da der Bremsweg eventuell bereits zu kurz ist. Nun ja, wenn man Glück hat, will an der Haltestelle jemand einsteigen und der Fahrer hält trotzdem. Ansonsten ist ein Spaziergang durch Granada eigentlich wunderschön.

Samstag, 6. Oktober 2007

In Dschungeln

Liebe Miterlebenden^^ bevor ihr das hier lest ein kurzer Hinweis. Das hier ist der dritte, also aktuellste von drei blogs, die ich am 06.10. gleichzeitig hochgestellt habe. Wer wissen will wieso um Himmels willen ich DREI blogs schreibe sollte erst mal runterscrollen.

Gott sei Dank bestand diese erste Woche nicht nur aus Uni. Nein, es gab da auch noch - wenig - Freizeit. Und dank meiner lieben Hanna war die auch viel angenehmer. Am Mittwoch warn wir zum Beispiel zum ersten Mal im spanischen Kino.
Wir haben uns La Jungla 4.0 ausgesucht. Ausschlaggebend war, dass wir vermuteten ein Actionfilm komme unseren Sprachkenntnissen dann doch am ehesten entgegen. So war es dann auch, wir hatten keinerlei Probleme, haben an den richtigen Stellen gelacht (behaupte ich einfach mal) und es war ziemlich spaßig. Ok, fairerweise muss man vielleicht dazusagen, dass die sprachlicher Bandbreite des Films ungefähr folgendermaßen aussah: "dios"- "joder"- "puta"
Für diejenigen die sich selbst ein Bild machen wollen und es noch nicht erraten haben, der Film heißt zu deutsch: Stirb Langsam 4.0 und NEIN, ich habe keine Ahnung, was dies mit einem Dschungel zu tun hat.

Dafür durfte ich einen solchen am Freitag erleben. Da hatte ich nämlich vor ein paar Dinge zu erledigen und habe mich deshalb mit Hanna getroffen. Erst waren wir beim A.S.E.E, eine studentische Vereinigung, die Ausflüge organisiert, dann bei der Bank, um ein Konto zu eröffnen (leider hatte ich den Ausländerwisch der Polizei vergessen *schäm*), dann beim Passfotos machen - 12 Stück, 5 min, 2,95 € - hinterher Materialien für die Uni kaufen, dann bei mir, dann bei der Bank - nun hatte sie jedoch zu - und dann erschöpft.

Deshalb gönnten wir uns eine kleine Tapaspause bevor Esther zu uns stieß. Zu ihr gibt es auch eine nette Geschichte, die entfernt mit der Polizei, meinen Eltern und vielen Problemen zusammenhängt, vielleicht erzähle ich sie mal. Auf jeden Fall haben mich die beiden dann in das nächste Kaufhaus geschleppt, sind inmediatamente in einen Kaufrausch verfallen und die nächsten zwei Stunden schlug ich mich verzweifelt mit meiner Machete durch den spanischen Kleiderdschungel. Dieser ist nicht zu verachten. Durch raffinierte Verzweigungen, Spiegelfallen und ähnliches ist er nicht nur gefährlicher als er zunächst aussieht, sondern auch viel weitläufiger. Außerdem gibt es hier eine sehr gefährliche zweibeinige Raubtierart, deren überwiegend weibliche Exemplare gerne auf beeindruckende Weise angreifen, sollte man sich versehentlich ihrer Beute nähern.

Nachdem ich etwas mutiger geworden ab und an einmal stehen blieb um mir eine schöne Pflanze, äh, ein schönes Shirt anzuschauen, beschlossen die beiden, es werde zeit etwas Farbe in mein Leben zu bringen. Von den jeweiligen Standpunkten Schwarz, Braun und Weiß gegen Pink, Knallblau und Gelb schlossen wir nach längeren Gefechten einen grünen Kompromiss. Es gab unglaublich viel Grün in diesem Dschungel. Leider stand mir nichts davon, deshalb wurde es eben doch wieder Braun. Einen Pullover und ein Oberteil konnte ich erobern.

Nach drei weiteren Streifzügen in immer unzugänglichere Gefilde des Dschungels gaben Hanna und ich dann auf und verabschiedeten uns von Esther. Ich um mir zu Hause ein Fertiggericht zu machen, Hanna um Tapas essen zu gehen. Doch statt dessen beschlossen wir spontan bei mir zu kochen. Das heißt, wir beschlossen, dass Hanna bei mir für mich kocht, es war sehr lecker und sehr nett. Haben uns dann auch noch lange verquatscht.

Kaum hatte ich Hanna dann zum Bus gebracht wurde ich von meiner Mitbewohnerin vor den Fernseher entführt. Ihr Freund und zwei Freunde waren gerade da und mir zu Ehren schaute man einen deutschen Film an. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, auch wenn mir etwas mulmig war. "La vida de los Otros", auch dies ein Dschungel, einer aus Lügen, Angst und Misstrauen. Ein meiner Meinung nach empfehlenswerter wenn auch trauriger und nachdenklicher Film. Das war ein sehr schöner Abschluss des Tages, ich habe mühelos, wenn auch hochkonzentriert dem Film folgen können und bin erst gescheitert, als ich auf Spanisch den Fall der Mauer erklären sollte^^ Haben uns dann noch eine Weile unterhalten, so gut das ging, was übrigens shcon deutlich besser ist als am Anfang, und um 5 bin ich ins Bett gestolpert.

Tja, das war gestern, somit ist der blog nun wieder auf dem Laufenden, heute ist nämlich eigentlich nichts passiert. Ich habe geputzt, aufgeräumt, geordnet, gebastelt und sortiert. Außerdem den blog auf den neueseten Stand gebracht, kurz all das getan, wozu ich nun so lange keine Zeit hatte. Ich hoffe es bleibt weiterhin so stressig, denn alles in allem ist das doch viel interessanter^^

Oh nein, es geht noch stressiger - oder - Kam ein Erasmusstudent an die Universität

Ja, meine ersten Tage an der Universität. Schlimme Tage waren das, verloren, alleine, völlig verwirrt und ohne hilfreiche Zwerge.
Es ist Montag Morgen und da ich noch nicht herausgefunden habe ob die Abfahrtszeiten der Busse hier einem bestimmten Muster folgen oder der Wurzel aus Anzahl der Fahrgäste+ Laune des Busfahrers/Wetter entsprechen, bin ich viel zu früh da. Ist aber nicht schlimm, denn ich weiß eh nicht was ich tun soll. "Kommen sie spätesten am 05.10. wieder, mit einem Zettel auf dem ihre Kurse stehen", hatte die böse Hexe gesprochen.
Ich wusste nun also was ich Freitags zu tun hatte. Nur wohin mit mir in der Zwischenzeit? Sollte ich mich einfach in die Kurse hineinsetzen? Vorher mit dem Professor sprechen? Also anstehen, mit ca 20 anderen verzweifelten Erasmusstudenten und fragen. Es ist halb 11, mein Kurs beginnt um 11.30, ich warte. Ein Student nach dem anderen zieht aus dem Lebkuchenhäuschen der bösen Hexe kommend an mir vorbei, mit hängendem Kopf und diversen verschiedensprachigen Ausführungen von "ähm...ich hab gar nichts verstanden."

Es ist 11.25 ich warte. Eine deutsche Mitstudentin meint, sie habe jetzt den gleichen Kurs wie ich, wolle sich jedoch gleich eintragen, je früher desto besser, denn wer wisse schon ob man später noch in die Kurse kommt. Gute Idee denke ich mir und und bleibe auch. Um 11.50 erfahre zu meinem Leidwesen, dass man dazu eben nicht nur einen Zettel mit den Kursen, sondern außerdem 2 Passfotos braucht. Und ein Formular ausfüllen muss. Ich habe nur noch EIN Passfoto. Da es zu spät ist ncoh in der Kurs zu gehen strecke ich, endlich an der Reihe, wenigstens kurz den Kopf hinein um zu fragen was von mir erwartet wird. "Einfach reinsitzen" krächtzt es mir entgegen und "War's das? Dann los, weiter". Schnell mache ich Platz, ich will ja nicht in den Backofen. Aber wie ich später erfahre ist dieser schon reserviert für eine (übrigens sehr nette) Polin und eine (mir unbekannte) Deutsche, doch das ist eine andere Geschichte.

Im nächsten Kurs nehme ich einfach teil und das funktioniert tatsächlich. Ich verstehe sogar den Professor und bis aus Versehen die Sprache auf meinen Freund kommt unterhält sich sogar ein spanischer Mitstudent mit mir^^

Danach hetze ich heim, kaufe ein und steige dann in den Bus, der mich ans andere Ende der Stadt bringt, wo ich irgendwann einen Passfotoautomaten gesehen hatte. Ich verlaufe mich. Ich bin langsam aber sicher etwas frustriert vom Ablauf meines ersten Unitags. Ich finde ihn. Ich habe kein Kleingeld. Ich fluche und mache mich auf den Weg eine Bank zu suchen. Nach einer halben Stunde frage ich eine alte Frau, ob sie mir wohl sagen kann, ob es in der Gegend eine Bank gibt. "Nein" gibt es nicht. Ok. Kann sie mir dann eventuell Geld wechseln? Empört schüttelt die böse Stiefmutter den Kopf und setzt die fleißige Goldmarie vor die Tür. Ich kaufe Zigaretten um an Kleingeld zu kommen.
Der Automat spricht italienisch. Nicht schlimm, das geht schon. Was nicht geht, das sind die Bilder. Wenn ihr euch vorstellt wie jemand aussieht, der vom Fahrrad fällt und mit dem Gesicht bremst, dann habt ihr in etwa eine Vorstellung davon, wie die Bilder aussahen (entschuldige den Vergleich, Sis). Mir ist zum Weinen zumute, keine hilfsbereiten Täubchen weit und breit, nur falsche im Töpfchen.
Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass auch der Professor den ich abends noch habe, einen netten Eindruck macht, ich alles verstehe und zudem eine nette polnische Leidensgenossin kennen lerne. Gerade noch sei sie der Hexe entronnen, doch sie müsse nochmals hin, ich empfehle ihr ein Stöckchen.

Am nächsten Tag geht es gerade so weiter. Was die Kurse betrifft bin ich schon ein alter Hase, leider schießt der neue Professor scharf. Kein Zuspätkommen, kein Trinken im Unterricht, keine Extrawürste für Erasmusstudenten (Habt ihr mich verstanden?), immer wieder kleine Klausuren, wer fehlt bekommt ne 6, Einsen gibt es nicht.
Ich bin etwas eingeschüchtert. Wenigstens verstehe ich ihn. Zumindest bis er versucht Englisch zu sprechen. Ich ahne Böses, schließlich soll der Kurs auf Englisch stattfinden, nun, wir werden sehen.

Danach versuche ich verzweifelt herauszufinden, ob ich wirklich 60 credits (ein internationales Bewertungssystem für Studienleistungen) benötige, was mir jedoch keiner sagen kann. Wieder einmal ist dies bei allen anders. Ich versuche die Hexe dazu zu überreden mir mein Studienzertifikat zu unterschreiben, da mir das BAföG-Amt sonst die Brotkrümel klaut, doch sie sagt "erst wenn du eingeschrieben bist". Nachdem ich ihr verspreche, dass ich keine Lebkuchen klaue erklärt sie mir wenigstens, dass ich nur EIN Passfoto brauche. Ich würde am liebsten in tausendjährigen Schlaf versinken.

Zum Glück tue ich es nicht, denn der nächste Professor hätte mich bestimmt nicht wachgeküsst, die Stunde ist furchtbar langweilig, denn ich verstehe kein Wort. Er hat einen Sprachfehler, spricht sehr leise und hat wohl nie Brotkrümel gehabt, denn irgendwie irrt er ziemlich ziellos durch den Wald romanischer Linguistik. Ich muss also meinen Stundenplan umplanen, sonst habe ich zu wenig Credits.
Stunden später ist mir dies gelungen, leider habe ich so nur 57 Credits. So langsam etwas gestresst rufe ich Wojtek, meinen weißer Ritter um Hilfe. Dieser ruft beim Auslandsamt an und fragt wie viele Credits ich brauche. 30 antworten die. Nur die Ruhe, passt alles, teilt er mir mit. Naja, 30 pro Semester nehme ich an, also doch 60 im Jahr, Blut ist im Schuh. Ich modele den Stundenplan nochmal um.

Ja. Am Donnerstag schaffe ich es dann endlich mich einzuschreiben, genau 60 Credits, die Hexe ist zufrieden, der Schuh passt. Nach einigem Hin und Her unterschreibt sie mir auch mein Studienzertifikat, während sie mit der anderen Hand eine Französin in den Käfig sperrt. Die hat vergessen die Codes für die Kurse aufzuschreiben, selbst Schuld, wie kann sie das auch vergessen, hat man ihr doch extra erklärt.

Völlig erledigt komme ich zu Hause an und freue mich auf das Wochenende. Nächste Woche wird der Jäger die Hexe erschießen und mit Steinen im Magen in den Brunnen werfen. Ach nein, das war ja auch eine andere Geschichte.

3x8+4 = 0

Ich weiß, ich habe den blog hier etwas vernachlässigt, das liegt jedoch nicht daran, dass ich keine Lust hatte zu schreiben oder gar daran, dass nichts passiert ist, nein. Im Gegenteil. Doch dazu gleich mehr, in diesem ersten Nachtrag.

Eigentlich lag meine Abwesenheit, zumindest anfangs, in obiger Rechnung begründet. Am 26.09. morgens um 9.15 wollten mich nämlich meine Eltern besuchen kommen und bis zum 31.09. ein bisschen von dieser schönen Stadt sehen.

Ich hatte geplant, sie an einer günstig gelegenen Bushaltestelle abzuholen, musst also früh aufstehen. Genau gesagt um 8.30. Da ich nur wenig geschlafen hatte war dies nicht unbedingt leicht. Doch kaum hatte der Wecker geklingelt und ich mühsam meine Augen geöffnet, da kam eine sms von meiner Ma: Mussten wieder umdrehen und soeben gesund in Frankfurt gelandet. Technischer Defekt. Warten auf Ersatz, kann 2 Stunden dauern, melden uns wenn wir gelandet sind.
Natürlich bin ich erst Mal erschrocken, war dann aber natürlich sofort froh, dass ich noch bissl schlafen kann. Hab noch schnell ne sms geschrieben, mit der Bitte es kurz klingeln zu lassen, wenn sie wieder losfliegen, mich umgedreht und war dann auch schon wieder weg. Um 10.30 stand ich dann das nächste Mal auf, da das Handy geklingelt hatte und machte mich gemütlich ans frühstücken. Dann, um 11.30 wieder eine sms: Wir mussten wieder umdrehen, technischer Defekt, sind wieder in Frankfurt, kann wieder 2 Stunden dauern, melden uns wenn wir in Granada ankommen.
Ich kann ger nicht mehr genau beschreiben was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, aber es war wohl eine Mischung aus: "huh, déjà vu?"-"wollen die mich veräppeln?"-"das darf doch wohl nich wahr sein!"-und-"oh je, die armen" gewesen sein. Ich hab noch bis um 12 Uhr gewartet und mich dann mal auf den Weg zum zentralen Auslandsamt gemacht, um meine Erasmusausweis abzuholen. Dort wollte ich dann warten bis meine Eltern landen, so lange ein Buch lesen und dann gemütlich zur Haltestelle laufen.
Hab dann aber Hanna getroffen und mich mit ihr verquatscht. Erst auf dem Boden vorm Auslandsamt, dann auf einer Bank, dann beim Tapas essen. Ich wurde zunehmend nervöser, denn es war bereits halb 4 und ich hatte noch nichts von meinen Eltern gehört. Wir haben dann beschlossen zur Polizei zu gehen um uns da als Strangers-in-the-Town registrieren zu lassen, die hatten aber schon zu, statt dessen sind wir Eis essen gegangen. Um 17.11 dann endlich die erlösende Nachricht, "sind jetzt angekommen". Gott sei Dank. Ein dickes Danke an dieser Stelle mal an Hanna, die die ganze Zeit mit mir ausgeharrt hat und mich prima unterhalten hat!

Ich hab natürlich nun erwartet, dass meine Eltern entsprechend kaputt (waren ja die ganze Nacht schon wach) und schlecht gelaunt sein würden. Doch Pustekuchen. Voller Elan sind sie aus dem Bus gestiegen und haben gleich Mal beschlossen, dass wir zu meiner Wohnung laufen, statt den Bus zu nehmen. Das haben wir dann getan, danach zu ihrem Hotel laufen, umziehen und los. "Zeig uns Mal bissl was". Ok. Von ganz unten im Süden nach oben im Norden, zum ersten Mal Tapas essen, dann wieder ganz runter in Süden was wärmeres anziehen (jaja, abends wirds hier ganz shcön kalt, also schön die warmen Westen mitbringen wenn ihr mich besucht^^), dann zum Essen. Ja. Das war die 4 der obigen Rechnung. 6 Stunden Tourismus, 4 Stunden laufen.

Wie ihr nun vielleicht bereits erahnen könnt, ging es die nächsten Tage so weiter. Treffen jeden Morgen um halb 11, dann extreme-sight-seeing bis abends um 11 oder 12.
Machte meistens ca. 8 Stunden laufen, den Granada ist gerade so klein, dass es geschickter ist zu laufen als den Bus zu nehmen, aber groß genug, dass dies sehr anstrengend ist. Abends bin ich meist todmüde ins Bett gefallen, nachdem ich vorher noch einige Mails beantwortet habe, so es mir noch möglich war.

Nein, ich will mich nicht beschweren (meine Beine schon, mein Rücken auch), denn es war echt schön. Ich habe richtig viel von Granada zu sehen bekommen, mein Viertel besser kennengelernt, viele leckere Tapas gegessen und es waren echt schöne ereignisreiche Tage. Nur blieb eben 0 Zeit zu bloggen.

Ja Ja, so war das

Dienstag, 25. September 2007

Tückische Wäsche und andere Alltagshindernisse

Da ich heute etwas unmotiviert bin die Tagesgeschehnisse aufzuschreiben und ich sie zudem schon zwei mal erzählt habe, poste ich euch hier einfach mal eine dieser Erzählungen.


K: weißt du was heute wieder so passiert ist

verständigungstechnisch?

W: hast du's gebloggt

K: nee. noch nich. bin so unmotiviert

W: schieß los


K: also. ich wollt heut waschen.

da die johanna gemeint hatte, sie und meine vorgängerin hätten immer gemeinsam gewaschen, wollt ich sie auch fragen.

ich sag also: „Johanna“, sag ich, „ich wasche heute schwarze wäsche, magst du auch mitwaschen“

das war um 11

sie fragt: „jetzt?“

ich merk, ihr wär später lieber und lenke natürlich sofort ein: „heut mittag geht auch“

dann meint sie: „ok, wenn ich zurück komm dann“.


K: um 17 uhr kommt sie zurück. es is inzwischen bereits viel später als ich eigentlich waschen wollte.

sie fragt: „ok, wollen wir waschen?“

ich sag „ok, ich ess noch kurz fertig.“

dann komm ich rüber, sie hat einen teil ihrer wäsche schon drin.

ich schau mir das so an, weiß 50 %, pastelltöne 40 %, 10% schwarz

ich denk mir: „hm“

„bei wie viel grad wolltest du denn waschen?“, frag ich.

„och“, meint sie, „ich verstell das eigentlich nie. so halt.

50° sind eingestellt, sehe ich. und ICH hatte mir schon gedanken gemacht, was ich mit meiner wäsche mach, wo die waschmaschine kein programm für 30° hat.

W: lol

K: also sag ich: „ähm, ich wollte eigentlich bei 30° waschen“

„oh“, meint sie da, „du hast lauter schwarze wäsche“

sag ich: „ähm ja, schwarz und dunkel halt.“ (hatte ich ja angekündigt^^)

aber is egal meinte ich dann und hab meine drei weißen sachen geholt, die mehr oder weniger dringend in die wäsche mussten, man will ja keine umstände machen.


tja. und nun wasch ich halt einen ganzen tag später. so is das^^

das war part 1


K: part 2

johanna, um halb 12, an meiner tür.

„du, ich wollt nur sagen, ich hab ein flugticket bestellt und ich weiß nicht wann es kommt, und ich bin jetzt nicht da.“

„ja, muss man das noch bezahlen?“ frag ich.

„nein“, meint sie, hat sie schon.

dann frag ich: „aber was willst du denn dann von mir, schmeißen die das nicht ein?“

„nee“, sagt sie, „bei flugtickets machen sie das nich“.

„ok, mach ich“.


also lag ich die ganze zeit auf der lauer, die tür geöffnet, damit ich auch ja unterscheiden kann ob's bei uns klingelt. [kleine zwischeninformation: durch den innenhof, in den alle 28 zimmer gehen, hört mann immer die türklingeln des ganzen hauses und man kann nicht unterscheiden ob ed die eigenen ist oder nicht, wenn man nicht im flur steht oder die tür auf hat.]

um 3 oder so klingelt's tatsächlich.

ich spring auf, renn an den hörer und sage: "sí?"

ich versteh irgendwas mit paquetos

ich murmele: „un momento“, leg auf und renn runter.


die postfrau steht inzwischen schon drin, weil:

sie muss ja rein um die post einzuwerfen^^

da ICH ja wieder aufgelegt hab musste sie noch woanders klingeln.

ich steh also vor ihr und will grad loslegen, „hallo, ich wollt den brief für die ... annehmen.“

da fällt mir ein: ich weiß ja gar nich wie die johanna heißt^^


also stammel ich da rum, irgendwas von wegen brief und flugticket annehmen oder so.

die postfrau kuckt mich an und mein sie hat kein avisio.

ich schau sie an (den letzten teil hatte ich nich verstanden, dacht sie hat den richtigen namen für flugticket gesagt, dabei hatte die glaube ich nur mein gestammel über avion usw. nicht verstanden^^. is ja auch kein wunder, schließlich habe ich von ticket fürs flugzeug geredet, statt vom flugticket, wer macht sowas schon).

ich sag: „aber sie haben doch bei mir geklingelt.“

sie sagt: „ja aber mädel, ich klingel doch überall. bis mich einer reinlässt halt. Ich muss ja an die briefkästen.^^

„ok“, sag ich, bereits sehr peinlich berührt, „aber ich soll für meine mitbewohnerin, wohnung 4 ähm b ähm (um sie rum zu unsrem briefkasten renn und nachschau) nein 4 a

einen brief entgegen nehmen. ein flugticket.“

johanna heißt die, haben sie da was dabei?


W: deine Show wird immer besser

K: also ICH hätt mir gar nichts gegeben. nich mal nen werbeprospekt^^


„welche wohnung haben sie gesagt?“ will sie wissen.

„4a“

„nein“, sagt sie, „für carlos hätte sie was“.

„nein“, sage ich, „das will ich nich. johanna brauch ich“^^

für johanna hat sie aber nichts. aber für kristina habe sie was meint sie.^^

W: loool

wie geil

K: „huch“ sag ich da, “das bin ja ich“

W: loool, DAS glaubt sie dir sicher

K: hab ich doch tatsächlich post bekomme

ha, meine erste post. in spanien. ist das nicht toll?

eine karte von c und b


Vielen Dank euch beiden, das hat mich WIRKLICH total gefreut! Da hab ich vor lauter Freude ganz vergessen mich zu schämen :-)

Aber es ist schon nett. Da sind die Briefkästen gut gesichert im Hausflur, hinter einer Glas und Gittertür und dann würde die gute Frau MIR nach DER Vorstellun, Johannas Ticket geben^^

Montag, 24. September 2007

Auf wundersame Weise

Heute bin ich gegen 11 Uhr zum zentralen Auslandsamt gefahren um meinen Erasmusausweis abzuholen. Natürlich gab es bereits eine riesen Schlange an Studenten mit dem selben Vorhaben. HInter mir haben sich zwei Deutsche angestellt und da diese etwas verwirrt aus der Wäsche kuckten, habe ich mich zusammengerissen und ihnen erzählt wie das bei mir bisher lief. Mit der Bewerbung, den verschiedenen Formularen...
Schnell stellte sich heraus, dass bei den beiden ALLES anders war. Zum Beispiel musste ICH zuerst an meine Fakultät, mir dort ein Formular geben lassen und dieses dann zum zentralen Auslandsamt bringen. Die beiden waren jedoch gar nicht bei ihrer Fakultät. Es stellte sich aber zu ihrer Beruhigung ziemlich schnell heraus, dass diese Regelung nur für Neuphilologen, Mediziner und BWLer gilt.
Dann stand da mehrfach auf Notizzetteln und Bildschirmen, dass es unablässlich sei, zur Anmeldung mit zwei Kopien des Ausweises sowie zwei Passfotos zu erscheinen - die hatte nur ich, auf wundersame Weise war ich also das wohl erste Mal in meinem Leben das am besten organisierteste Mitglied einer Gruppe.
Außerdem erforderlich: ein Erasmusbestätigungsschreiben - das hatte keiner von uns. Dafür hatte Hanna* bereits ein Bewerbungsschreiben (ihr kennt es vielleicht noch aus dem Post: Bürokratie <> Spanien), das Learning Agreement, Kopien ihres Ausweises und Passfotos bei ihrem Auslandsamt in Deutschland abgeben müssen, die es für sie übernahmen diese Unterlagen nach Spanien zu senden. Was nun wiederum MICH beunruhigte, denn mir hatte man ja gesagt, das sei alles nicht nötig.

Da standen wir nun. Alle mit den unterschiedlichsten Unterlagen, alle auf unterschiedlichem Weg hierher gekommen, alle anderen Anweisungen gefolgt und doch alle mit dem selben Ziel beim selben Amt und über die selbe Organisation in Spanien. Nachdem wir am 5. HInweis vorbeikamen meinte Hanna*, dass es ja nun doch recht unwahrscheinlich sei, dass man ihr einen Ausweis gebe, da sie ja von den 4 notwendigen Dingen nur eines dabei habe. Aber ein Versuch hat ja noch nie geschadet.

Wir wurden dann getrennt, auf wundersame Weise lief bei mir alles glatt, so glatt sogar, dass sich eine deutsche Angestellte um mich kümmerte und ich innerhalb von 1 min. fertig war. Mein Ausweis wird am Mittwoch fertig sein und dann bin ich, wie Wojtek es nennt, "ausgewiesener Partygänger".

Unten wartete ich auf Hanna* und was soll ich sagen. Auf noch viel wundersamere Weise ging auch bei ihr alles glatt. Kaum hatte sie ihren Namen und ihre Uni genannt zauberte der Angestellte flugs ihre Unterlagen hervor und sie war ebenso schnell fertig wie ich. Fantastisch. Man muss sich vorstellen dass alleine zwei süddeutsche Universitäten solch unterschiedliche Vorgehensweisen haben. Nich dazu unterscheidet sich innerhalb der einzelnen Universitäten der Ablauf erneut, je nachdem an welcher Fakultät man studiert. Und nun kommen in diesem Büro ja Studierende aus sämtlichen Ländern der Welt zusammen, mit unterschiedlichsten Förderprogrammen. Und trotzdem schaffen es die Spanier, in all diesem Chaos eine Bearbeitung zu ermöglichen die jeden deutschen Bürokraten an Effizienz in der Ecke stehen lässt. Auf wundersame Weise.

*alle Namen selbstverständlich von der Redaktion geändert^^

Ach ja, und als seien es der Wunder noch nicht genug, bin ich dann zusammen mit meinen beiden Regensburger Erasmuskollegen in die nächste Tapas-Bar eingekehrt und habe mir den Bauch vollgeschlagen. Ohne Nachzudenken. Und es war nett. Auf wundersame Weise.